|
Informationen für Patienten
Patienteninformation zum stationären
Aufenthalt
Zur Behandlung mit einem radioaktiven
Medikament werden Sie stationär aufgenommen. Die Behandlung
mit radioaktiven Stoffen ist bei Erkrankungen verschiedener
Organe möglich. Auch wenn die Mehrzahl unserer Patienten
an Schilddrüsenerkrankungen leidet, so sind die Krankheitsbilder
vielfach ganz unterschiedlich. Die Behandlung verläuft
dagegen in vielen Fällen ähnlich. Die Patienten
erhalten am ersten Aufenthaltstag einmalig z. B. radioaktives
Jod als Flüssigsubstanz oder in Form einer Kapsel. Der
stationäre Aufenthalt wird von der Mehrzahl der Patienten
als geruhsam und erholsam empfunden.
Aus Gründen des gesetzlich vorgeschriebenen
Strahlenschutzes darf die Behandlung mit radioaktiven Medikamenten
nur in speziell eingerichteten Räumen erfolgen, die als
Kontrollbereich bezeichnet werden. In solch einem Kontrollbereich,
zu dem auch die Therapiestation der Nuklearmedizinischen Klinik
gehört, sind bestimmte Verhaltensmaßnahmen leider
unumgänglich sind.
Nach Gabe des radioaktiven Medikamentes
dürfen Sie entsprechend den Vorgaben der deutschen Strahlenschutzgesetzgebung
die Station nicht mehr verlassen und keinen Besuch empfangen.
Das aufgenommene Medikament bewirkt die zur Behandlung erwünschte
radioaktive Strahlung, wobei es sich aber nicht vermeiden
lässt, dass vom Körper ein Teil der Strahlung abgegeben
wird, die in geringem Umfang auch Zimmerwände durchdringen
kann. Die Strahlungsintensität nimmt im Laufe der Zeit
schnell ab. Zum Schutz der Umwelt müssen Sie jedoch solange
stationär aufgenommen bleiben, bis der gesetzlich vorgeschriebene
Grenzwert erreicht wird. Der Entlassungszeitpunkt hängt
im Wesentlichen vom Ergebnis der täglichen Messungen
der Radioaktivität ab, die von Ihrem Körper ausgeht.
Der gesetzlich vorgeschriebene Grenzwert muss dabei am Morgen
des Entlassungstages unterschritten werden.
Wir sind auf Ihre Mithilfe und Mitarbeit
angewiesen, die Umweltbelastung und die Strahlenbelastung
des Personals durch folgende Maßnahmen möglichst
gering zu halten:
- halten Sie bitte gegenüber dem
Personal immer einen Abstand von mindestens drei Metern
ein, auch wenn Sie mit uns sprechen. Das Personal, das täglich
die radioaktiv behandelten Kranken umsorgt und somit der
Summe der Strahlungen aller Patienten ausgesetzt ist, soll
sich deshalb auch nur möglichst kurzzeitig in den Patientenzimmern
aufhalten,
- halten Sie sich bitte nicht länger
als unbedingt nötig auf dem Stationsflur auf,
- hatten Sie bitte die Zimmertüren
geschlossen.
Die radioaktiven
Stoffe, die Sie zur Behandlung erhalten, werden über
alle Körperflüssigkeiten ausgeschieden, gleichzeitig
atmen Sie diese auch als radioaktive Aerosole aus. Die technischen
und sanitären Anlagen der Therapiestation sind entsprechend
ausgestattet, damit keine radioaktiven Substanzen in die Umwelt
gelangen. Leisten Sie bitte einen eigenen Beitrag zum Umweltschutz,
indem Sie zum Auffangen des radioaktiven Speichels während
des Schlafens das bereitliegende Handtuch auf ihr Kopfkissen
legen. Aus Umweltschutzgründen auch bitte nicht aus der
Flasche trinken. Durch das Trinken großer Mengen Mineralwasser
können Sie die Aufenthaltsdauer auf unserer Station nicht
verkürzen.
Die Station verfügt über eine
Klimaanlage mit einem zehnfachen Raumluftwechsel pro Stunde,
um aus der Luft die von den Patienten ausgeatmeten gasförmigen
radioaktiven Substanzen zu filtern. Deshalb sollten die Fenster
nicht geöffnet werden und die Zimmertüren nicht
nur wegen der von Ihnen direkt ausgehenden Strahlung geschlossen
bleiben. Während der Sommermonate sollten Sie bei direkter
Sonneneinstrahlung die Rollos herunterlassen, um eine Überlastung
der Klimaanlage zu vermeiden.
Unsere Station ist an eine Abklinganlage
angeschlossen, in der die radioaktiven Abwässer gesammelt
werden, damit sie nicht in die Umwelt gelangen. Die gesammelten
Abwässer werden erst nach Abklingen der Radioaktivität
entsorgt. Da die Tanks dieser Abklinganlage nur eine begrenzte
Kapazität besitzen, müssen wir Sie bitten, nicht
unnötig Wasser zu verbrauchen bzw. nicht unnötig
den Wasserhahn laufen zu lassen und auch die Dusche für
nur sehr kurze Zeit zu benutzen.
Es ist wichtig, eine Verschleppung von
radioaktivem Urin in andere Räume unbedingt zu vermeiden:
- Bevor Sie zur Toilette gehen, bitte
die Handschuhe und blauen Überschuhe schon im Patientenzimmer
anziehen.
- Wenn Sie auf der Toilette den Gebrauch
des Toilettenpapiers beendet haben, ziehen Sie die Handschuhe
direkt aus und werfen diese in den bereitstehenden Abfalleimer
und nicht in die Toilette (Verstopfungsgefahr).
- Wegen Verstopfungsgefahr der dünnen
Rohre der Vakuumtoiletten die Spülung häufiger
während des Toilettenganges und möglichst wenig
Toilettenpapier benutzen. Bei erhöhtem Verbrauch von
Toilettepapier wiederholt immer nur geringe Mengen in die
Toilette werfen und zwischendurch spülen
- Die Unterwäsche ziehen Sie anschließend
ohne Handschuhe an.
- Damenbinden und Abfall entsorgen
Sie bitte nicht in die Toilette, sondern nur im bereitstehenden
Hygieneeimer.
- Die Herren müssen wir bitten,
sich grundsätzlich immer auf die Toilette zu setzen,
um ein Verspritzen des radioaktiven Urins zu verhindern.
- Die Überschuhe ziehen Sie erst
nach dem Verlassen des Toilettenbereichs auf dem Flur aus
und werfen diese in die auf dem Flur bereit stehende schwarze
Tonne.
- Bei Störungen der Toilettenspülung
informieren Sie bitte sofort das Pflegepersonal!
- Die Schnur neben der Toilette und
in der Dusche dient zum Rufen einer Schwester (Notruf).
Nach den
deutschen Strahlenschutzgesetzen dürfen Sie während
der Behandlung den Stationsbereich nicht verlassen. Sie können
jedoch ab dem 2. bis 3. Tag nach Rücksprache mit dem
Stationspersonal in Gruppen von zumindest drei Personen
unseren Therapiegarten aufsuchen.
Die Benutzung des Telefons ist nur mit
spezieller Chip Karte möglich, die Sie nur an Automaten
an der Pforte der Orthopädischen, Chirurgischen oder
HNO-Klinik erwerben können, bevor Sie therapiert werden.
Ohne Chip Karte können Sie auch nicht angerufen werden.
Am Entlassungstag melden Sie am Automaten die Chip Karte ab
und erhalten Ihr Restguthaben zurück.
Mobil-Telefon (Handy)-Benutzung im Hause
ist leider nicht erlaubt!
Im Interesse aller Patienten, der Umwelt
sowie unserer Mitarbeiter sind Sie verpflichtet, die für
den Strahlenschutz erforderlichen Vorschriften - wie beschrieben
- einzuhalten.
Auf der Station betreuen Sie:
Sr. Evelyn Winterstein (Stationsleitung),
Sr. Christina, Sr. Elke, Sr. Elisabeth, Sr. Gabi, Sr. Karin,
Sr. Mariamma, Sr. Saramma.
Die Visiten erfolgen im Wechsel von
Herr Professor Dr. Biersack und dem Oberarzt, zusammen mit
dem Stationsarzt.
|