Was ist ein Periduralkatheter (PDK)?
Was ist ein Periduralkatheter (PDK)?
Was sind die Vorteile eines Periduralkatheters?
Wie wird ein Periduralkatheter angelegt?
Welche Nebenwirkungen können auftreten?
Welche Komplikationen sind möglich?
An wen kann ich mich bei Problemen wenden?
Der PDK ist ein dünner Kunststoffschlauch, der unter örtlicher
Betäubung über eine Hohlnadel in die Nähe des Rückenmarkes
in den sogenannten Periduralraum eingelegt wird. Nach sofortigem
Entfernen der Hohlnadel kann über den Katheter ein örtliches
Betäubungsmittel gegeben werden. Dadurch werden die zum Rückenmark
führenden schmerzleitenden Nervenfasern für einige Zeit ausgeschaltet. Läßt die Wirkung nach, kann über den Katheter jederzeit Schmerzmittel gegeben werden.
Der Vorteil dieser Methode besteht darin, daß ein Medikament
nur in dem Bereich verabreicht wird, in dem Sie auch Schmerzen
verspüren. Im Gegensatz zu Schmerztabletten, Zäpfchen
oder Schmerzmitteln, die in die Muskulatur oder in eine Vene gespritzt
werden und somit ihre Wirkung im gesamten Körper entfalten,
hat man bei der Schmerzbehandlung über einen PDK nur einen
lokal z.B. auf die untere Körperhälfte begrenzten Effekt.
Je nach der Art der Operation, die bei Ihnen durchgeführt
wird, wird der PDK in der entsprechenden Höhe der Wirbelsäule
in der Regel vor der Operation angelegt. In dieser Höhe sorgt
er für Schmerzlinderung, verbessert die Durchblutung und
beugt Thrombosen vor.
1. Lokale Betäubung: Zuerst wird der Bereich, in dem die PDA-Kanüle eingeführt werden soll, mit einem Lokalanästhetikum betäubt (hellgrüner Bereich).
|
 |
2. Einführen des PDA-Katheter: Durch den lokal betäubten Bereich wird die PDA-Kanüle vorgeschoben, bis der Periduralraum erreicht ist. Vorsichtig wird dann der PDA-Katheter eingeführt. Nach Entfernen der PDA-Kanüle wird zuerst eine Testdosis gegeben. Wird diese gut vertragen, kann weiteres Lokalanästhetikum bis zur völligen Schmerzfreiheit gegeben werden. |
 |
3. Gabe von Schmerzmittel: Während und nach der Operation kann über den PDA-Katheter Schmerzmittel gegeben werden. So ist eine gute Schmerztherapie jederzeit möglich. |
 |
Durch das örtliche Betäubungsmittel kann es neben der
Schmerzfreiheit zu einem vorübergehenden Taubheitsgefühl
und zu einer Muskelschwäche in der unteren Körperhälfte
kommen. Durch Reduktion der Dosis klingen diese Erscheinungen
in der Regel schnell wieder ab und sind daher kein Grund zur Beunruhigung.
Keine ärztliche Behandlung ist völlig risikofrei. Ein möglicher Blutdruckabfall kann mittels Infusion schnell behandelt werden. Gefährliche Komplikationen wie Nervenschäden, Lähmungen durch Infektionen, Blutungen oder Nervenverletzungen sind jedoch so selten, daß wir Ihnen dazu nicht einmal Zahlen nennen können.
Wenn Sie eine Schmerzbehandlung mit PCA oder über einen PDK
erhalten, werden Sie täglich von einem Mitarbeiter der Schmerzambulanz
besucht. Dieser erkundigt sich nach Ihrem Befinden, nach der Wirksamkeit
der Schmerzbehandlung und nach möglichen Nebenwirkungen.
Zudem ist ein Arzt dieses Teams rund um die Uhr über Funkruf
erreichbar. Wenn Sie Fragen bezüglich Ihrer Schmerzbehandlung
haben, wenden sie sich bitte zunächst an die Stationsschwestern
und -pfleger oder Ärzte, oder fragen Sie den Narkosearzt beim
Aufklärungsgespräch vor der Operation.
Im Inhaltsverzeichnis gibt es weitere Themenbereiche.
15.06.2001
|