Mein Kind bekommt eine Narkose

Was muß ich vor der Anästhesie beachten?
Ist eine Narkose für ein Kind riskanter als für Erwachsene?
Was passiert, wenn mein Kind vor der Operation
Angst hat?

Darf ich bei meinem Kind bleiben, bis es einschläft?
Bekommt mein Kind einen intravenösen Zugang?
Wie wird mein Kind einschlafen?
Ist bei meinem Kind auch eine Regionalanästhesie möglich?

 

Was muß ich vor der Anästhesie beachten?

Das Kind darf mindestens 6 Stunden vor der Operation nicht gegessen oder getrunken haben. Das schließt Süßigkeiten, Obst und Kaugummis mit ein. Für Säuglinge gilt, daß sie mindestens 4 Stunden vor der Narkose nicht mehr gefüttert worden sind. Das ist notwendig um eine der schlimmsten Komplikationen der Anästhesie, die Aspiration zu verhindern.

Medikamente dürfen nur in Absprache mit dem Anästhesisten gegeben werden. Kontaktlinsen, Zahnspangen und Ähnliches muß herausgenommen werden, Ringe und Schmuck muß abgelegt werden. Genauso sollten Make-up und Nagellack entfernt werden.

Ist eine Narkose für ein Kind riskanter
als für Erwachsene ?

Atemprobleme sind häufiger bei Kindern als bei Erwachsenen, da die Atemwege bei Kindern sehr empfindlich reagieren.

Es ist ganz wichtig, daß das Kind infektfrei ist. Das schließt auch leichten Schnupfen und Husten mit ein. Bei einem erkälteten Kind ist die Gefahr, daß sich ein krampfhafter Verschluß der Atemwege (Laryngospasmus/Bronchospasmus) ausbildet, sehr viel größer.

Ansonsten bestehen bei Kindern die gleichen Komplikationsmöglichkeiten wie bei Erwachsenen.

Was passiert, wenn mein Kind vor der
Operation Angst hat?

Die Kinder werden so lange wie möglich in der Obhut ihrer Eltern belassen. Es ist üblich, etwa eine halbe Stunde vor Beginn der Narkose ein Beruhigungsmittel (Prämedikation) als Sirup oder Tablette zu verabreichen. Das macht das Kind schläfrig.
Gehen Sie bitte ganz natürlich und ungezwungen mit Ihrem Kind um. Versuchen Sie, Ihre eigenen Ängste möglichst vom Kind fernzuhalten.

Darf ich bei meinem Kind bleiben,
bis es einschläft ?

Sie dürfen Ihr Kind noch bis zum Eingang der Operationssäle begleiten, wo die Schwestern ihrer Station das Kind an den Anästhesisten übergeben. In den OP zu gehen ist Ihnen nicht gestattet, da Sie dort andere Patienten oder auch den OP-Ablauf stören könnten.

Bekommt mein Kind einen intravenösen
Zugang?

Auch bei Kindern ist ein intravenöser Zugang aus Sicherheitsgründen zwingend notwendig. Wenn der Zugang nicht schon vorher gelegt worden ist, geschieht dieses häufig erst nach Einleitung der Narkose. Damit spürt das Kind von der Punktion nichts.

Wie wird mein Kind einschlafen?

Das Alter und die Kooperation des Kindes haben den größten Einfluß darauf, wie die Narkose eingeleitet wird. Bei kleinen Kindern ist die häufigste Methode die Inhalation eines Narkosegases über eine Maske. Das hat den Vorteil, daß das Kind selbst bei der Narkose mithilft.

Bei Kindern ab 6 Jahre kann die Narkoseeinleitung auch wie beim Erwachsenen über den intravenösen Zugang durchgeführt werden.

Ist bei meinem Kind auch eine
Regionalanästhesie möglich?

Regionalanästhesieverfahren setzen die Kooperation des Patienten voraus. Dies ist bei kleinen Kindern selten gegeben. Falls eine Regionalanästhesie in Frage kommt, wird Sei Ihr Anästhesist darüber informieren.

Bei bestimmten Eingriffen kann zusätzlich zur Narkose eine Nervenblockade zur Schmerztherapie durchgeführt werden. Dieses bietet sich bei Penisoperationen (Peniswurzelblock) oder bei Leisten- und Hodenoperationen (Ilioinguinalisblockade) an. Die Nervenblockade erfolgt, wenn das Kind bereits in Narkose ist. Es spürt also nichts von der Punktion. Vorteile dieser zusätzlichen Nervenblockade sind eine geringere Dosierung von Narkosemitteln während der Operation und mehrere Stunden Schmerzfreiheit nach der Operation.

 

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15.06.2001