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Berufsbild: Web-Designer

 Das Internet verändert den (Berufs-) Alltag
 Voraussetzungen zum Web-Designer
 Informationen für Web-Designer


Das Internet verändert den (Berufs-) Alltag

Die Revolution, die das Internet und speziell das World Wide Web auslöst, steht im deutschen und mitteleuropäischen Raum noch am Anfang. Zwar wird die Öffentlichkeit mittlerweile immer häufiger mit HTTP-Adressen konfrontiert, doch in den Massenmedien ist immer noch sehr oft von einem diffusen und von Unkenntnis zeugenden Sammelbegriff "Internet" die Rede. Dabei werden Assoziationen wie "Anleitungen zum Bombenbau" oder "Kinderpornos" auf zum Teil unerträgliche Weise gepflegt. Viele Rundfunkräte, Sendeanstaltsdirektoren und Zeitungsverleger sonnen sich mit solchen Ansichten in ihrer meinungsbildenden Gewalt und haben offenbar noch keinen blassen Schimmer davon, daß die neuen Online-Dienste nichts Geringeres als das Ende genau dieser zentralistischen Meinungsmache bedeuten. Denn Meinungsbildung im Internet funktioniert ganz anders. Da Anwender dort nicht mehr einfach bedient werden, sondern selber "navigieren" müssen und selber sofort mit Feedback reagieren können, leben Medienmüde da plötzlich auf, und Politikverdrossene beginnen sich da plötzlich zu engagieren. Einfach weil sich da "Mitmachen" wieder lohnt. Das Internet ist das Ende des "Broadcasting-Zeitalters".

Dabei sind die netten Homepages von heute nur ein bescheidener Anfang, vergleichbar mit den ersten MS-DOS-Rechnern zu Beginn der 80er Jahre, die auch nur als Hacker-Spielzeug belächelt wurden. In der sich fieberhaft verändernden Telekommunikationslandschaft entsteht eine völlig neue Öffentlichkeitskultur, die unseren Alltag in den nächsten Jahren noch gründlich verändern wird. Das World Wide Web wird dabei eine zentrale Stellung einnehmen. Im Word Wide Web von Morgen wird es nicht nur ein Zusammenwachsen weltweit verfügbarer Information geben, sondern auch ein Netzwerk von weltweiten Interaktionen zwischen Menschen, Firmen und Organisationen. Online-Anwendungen werden intelligenten Nachrichtenverkehr steuern, Echtzeit-Information beschaffen, interaktive Unterhaltung durch Spiele und virtuelle Welten bieten. Musik und Filme werden nicht mehr "zur Hauptsendezeit" konsumiert, sondern auf Anforderung in den Speicher künftiger Fernseher und Hifi-Anlagen downgeloaded. Daß die heutigen Bandbreiten der Übertragungsleitungen diese Dinge noch nicht erlauben, ist kein Argument gegen Morgen. Vor 10 Jahren waren 300-Baud-Modems der Standard, und das Downloaden einer 1Mbyte-Datei gehörte in den Bereich der Visionen. Das Bewegen im Internet, dem heute noch ein wenig das Hacker-Image anhängt, wird in wenigen Jahren selbstverständlicher sein als das Anschauen einer herkömmlichen Fernsehsendung, genau so, wie das Anschauen einer Fernsehsendung heute selbstverständlicher ist als das Anhören einer Rundfunksendung.

Der jetzt so viel diskutierte und für Verwirrung sorgende "Internet-Zugang" wird irgendwann kein Thema mehr sein. In den USA ist heute bereits absehbar, daß der Internet-Zugang künftig in Verbindung mit jedem Telefonanschluß bereitgestellt werden wird, und zwar ohne Aufpreis. Bayern bietet seit Frühjahr 1996 als erstes deutsches Bundesland jedem seiner Bürger einen kostenlosten Internet-Zugang an.

Menschen, die kein Interesse an Computern haben, werden für den Preis eines heutigen Billig-CD-Spielers in Zukunft ein extrem einfach zu bedienendes Internet-Terminal kaufen können, das sie nur noch in die Telefonsteckdose und ans Stromnetz anschließen müssen. Damit können sie dann "surfen", Emails senden und empfangen, chatten und vieles mehr.

Möglich, daß nicht jede der hier genannten Visionen Wirklichkeit wird. Fest steht jedenfalls, daß das World Wide Web in vielen Lebensbereichen, vor allem auch im kommerziellen Bereich, neue Türen aufstoßen und unter anderem auch für neue Berufe und Arbeitsplätze sorgen wird. Für Menschen, die sich beruflich orientieren oder neuorientieren wollen oder müssen, könnte das "Arbeitsfeld World Wide Web" die Lösung sein. Im World Wide Web von Morgen wird es sicher vielfältige Tätigkeitsbereiche geben. Im heutigen WWW kristalliert sich bereits ein Beruf heraus: der Beruf des Web-Designers.


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Voraussetzungen zum Web-Designer

Im Zentrum heutigen Web-Designs steht noch das, was in diesem Dokument vermittelt wird: das Erstellen von HTML-Dateien, der sogenannten "WWW-Seiten". Doch schon jetzt genügt es längst nicht mehr, nur ein wenig HTML zu können, um als Web-Designer erfolgreich zu sein. Um aus den zur Verfügung stehenden Mitteln wirklich anspruchsvolle WWW-Seiten zu gestalten, gehören Kenntnisse in Grafik, Farbenlehre, Ästhetik, Applikationsdesign, Textgestaltung und Hypertext-Verteilung von Information. Der Web-Designer muß mit allen gängigen Software-Typen wie Textverarbeitung, Datenbank, Vektorgrafik, Bildbearbeitung, Compilern usw. vertraut sein. Ferner muß er die Zusammenhänge im Internet verstehen und selbst viele Stunden online sein, um die rasche Entwicklung im Web mitzuverfolgen. Er muß regelmäßig an einschlägigen Stellen im Web, in den Newsgroups oder auch in CompuServe verkehren, um sich mit neuester Information über Entwickler-Tools, WWW-Software, Trends usw. zu versorgen.

Dazu kommt der Mut, den man haben muß, auf einen Bereich zu setzen, der in den Karteien der Arbeitsämter, Kassen und Finanzämter noch nicht vorkommt. Die meisten Menschen, die heute auf diesem Gebiet aktiv tätig sind, arbeiten als Freiberufler oder als Selbständige. Viele versuchen sich gleichzeitig als Server-Betreiber und Internet-Provider. Es handelt sich vorwiegend um Besessene, die täglich 16 Stunden vor dem Bildschirm sitzen und jedes Zeitgefühl dabei verlieren.

Doch jetzt schon suchen moderne Großunternehmen vereinzelt nach fest angestellten Web-Designern. Um an solche Positionen zu kommen, sind natürlich Erfahrung und Referenzen wichtig. Die erste Referenz, die sich der angehende Web-Designer selber ausstellen kann, ist eine eigene, niveauvolle Homepage im WWW. Denn es ist davon auszugehen, daß bei der Vergabe solcher Stellen Bewerber eher in die engere Wahl kommen, wenn in ihren Bewerbungsunterlagen eine HTTP-Adresse steht. Die eigene Homepage kann auch umgekehrt zum Erfolg führen. Denn Firmen, die einen Web-Designer suchen, tun gut daran, beispielsweise die  CompuServe-Homepages abzuklappern, statt in Tageszeitungen ellenlange Listen von zweizeiligen Stellengesuchen zu lesen.

Da das Berufsbild des Web-Designers erst am Entstehen ist, gibt es noch keine typischen Ausbildungswege dafür. In Zukunft wird es für diesen Beruf vermutlich Aufbaustudiengänge an Hoch- und Fachhochschulen geben. Dabei wäre ein Diplom-Abschluß denkbar. Daneben werden Computer- und Berufsschulen entsprechende Lehrgänge anbieten. Ob es auch IHK-geprüfte Lehrgänge geben wird, ist noch nicht abzusehen.

Heutige Web-Designer haben ganz unterschiedliche schulische und berufliche Vorkenntnisse. Gemeinsam sind ihnen nur umfangreiche EDV-Kenntnisse und die Begeisterung für das neu entstehende Universalmedium World Wide Web.


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Informationen für Web-Designer

Informationen zum Berufs- und Aufgabenfeld des Web-Designs sind noch rar. Die folgenden WWW-Adressen können möglicherweise weiterhelfen.

 Jobs Online
Online-Stellenmarkt, auch für Web-Designer

 Multimedia-Stellenmarkt
Online-Stellenmarkt, auch für Web-Designer

 Design Horizonte
Virtuelle Ausstellung zum Thema Design, auch Web-Design

 The HTML Writers Guild
Verband der Publizisten, Designer und Schriftsteller im WWW

 Designer Profile Robert Schmitt
Homepage eines typischen Web-Designers

 Spiderwoman Homepage
Mailing-Liste und Forum für weibliche Web-Designer

 The Web Developer's Journal
Online-Magazin für Web-Designer

Darüber hinaus gibt es in CompuServe und anderen Online-Diensten Bereiche für elektronische Stellenmärkte, in denen Jobs im EDV-Kernbereich dominieren. Auch dort werden immer häufiger Stellen oder Einzelaufträge für Web-Designer angeboten.


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© 1996  Stefan Münz